
Quelle: http://www.payer.de/arbeitkapital/arbeit10355.gif
Folgende ergänzende Beobachtungen wurden in einer Meta-Analyse sichtbar:
- Social Loafing tritt verstärkt bei Routineaufgaben auf. Bei schwierigen Aufgaben steigt die Leistung des Einzelnen eher, weil er/sie sich durch die Gruppe geschützt und entlastet fühlt.
- Besonders stark tritt das Phänomen auf, wenn die Teilleistung des Einzelnen innerhalb der Gruppe nicht oder nur teilweise sichtbar ist (wenig soziale Kontrolle).
- Eine Person strengt sich dann in einer Gruppe besonders an, wenn das persönlich erzielte Ergebnis für sie einen individuellen Wert hat.
- Männer neigen stärker zum sozialen Faulenzen als Frauen, und in westlichen Kulturen ist das Phänomen stärker ausgeprägt als in östlichen.
Wenn das Ziel ein High-Performance-Team ist, kann Führung:
- den Teammitgliedern zyklisch klar machen, welche Verantwortung sie für das Gesamtergebnis tragen.
- die Bedeutung der Leistung der einzelnen Teammitglieder deutlich machen und herausstellen, z.B. durch sichtbare individuelle Ziele und Belohnungen.
- individuelle Beitrage würdigen, insbesondere wenn sie Innovation (Kreativleistung) oder schwierige Aufgaben betreffen.
- bei jedem Teammitglied für Herausforderungen sorgen (Routine vermeiden).
- in der Kommunikation für eine hohe soziale Kontrolle innerhalb der Gruppe sorgen.
Quelle: http://blog.setzwein.com/2012/05/21/social-loafting-%E2%80%93-soziales-faulenzen-in-der-teamarbeit/
Auszug aus dem Buch “Sozialpsychologie” von Robin M. Akert,Timothy D. Wilson – mit den Oberthemen:
- Soziales Faulenzen: Wenn die Gegenwart anderer Menschen entspannend auf uns wirkt
- Geschlechtsspezifische und kulturelle Unterschiede bei sozialem Faulenzen: wer lässt am meisten nach?
- Deindividuation – wenn man in der Menge untergeht
- ua
https://books.google.de/books?id=WQUpuIl5vs4C&pg=PA328&dq=soziales+faulenzen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjNmIj62IjMAhVMlCwKHWdPAC4Q6AEIHTAA#v=onepage&q=soziales%20faulenzen&f=false
Studien zu Social Loafing:
-
Perceptions of Social Loafing in Online Learning Groups:
- Positive Effekte sozialen Faulenzens beim lösen komplexer Probleme: http://link.springer.com/article/10.1007/s11577-004-0036-x#page-2
-
Social loafing and social compensation: The effects of expectations of co-worker performance.Williams, Kipling D.; Karau, Steven J.
Journal of Personality and Social Psychology, Vol 61(4), Oct 1991, 570-581.
Vorsicht: Der Begriff des “Sozialen Faulenzens” wird oft mit dem “Ringelmann-Effekt” gleichgesetzt. Diese sind jedoch nicht identisch.
“beide Begriffe bedeuten einen Motivationsverlust in Gruppen und einen daraus bedingten Leistungsabfall. Beim Ringelmann-Effekt ist allerdings unklar, ob der Leistungsverlust motivations- oder koordinationsbedingt ist. Da mangelnde Koordination einfacher behoben werden kann als mangelnde Motivation, ist der Ringelmann-Effekt – im Gegensatz zum Sozialen Faulenzen – kaum noch Gegenstand der Forschung.”
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ringelmann-Effekt