41

Handeln

Zufriedenheits-Hamsterrad

einmaleins@flavia-it

Die meisten von uns versprechen sich von Erfolg, Reichtum und Besitz ein langanhaltendes Glücksgefühl. Dieser Irrtum verführt uns dazu, immer weiteren Wünschen nachzujagen, deren Erfüllung jedoch nur einen kurzfristigen Anstieg unseres Glückserlebens zur Folge haben. Dies pendelt sich nämlich schon nach kurzer Zeit wieder auf ein relativ stabiles Ausgangsniveau ein.

Weitere Informationen

Siehe auch:

Synonym:

  • Hedonic Treadmill

Weiterführende Links:

Weiterführende Infos:

  • Lösungsansätze, die als wissenschaftlich gesichert angesehen werden können, sind:
    1) Man sollte negative Effekte vermeiden, an die man sich auch nach langer Zeit nicht gewöhnt (z.B. langer Arbeitsweg, chron. Stress)2) Es ist nur ein kurzfristiger positiver Effekt materieller Dinge zu erwarten

    3) Dauerhafte positive Effekte entstehen durch die Art und Weise wie man seine Zeit verbringt: Hier spielen selbst gestaltete Freizeit und die erlebte Autonomie eine große Rolle

  • beim „Streben nach Glück“ darf der Einfluss von Besitz keineswegs unterschätzt werden – jedenfalls dann nicht, wenn man arm ist, sprich sich auf einer unteren Stufe der maslowschen Bedürfnispyramide wiederfindet. Ab einem gewissen Saturierungsniveau wirkt sich dann freilich das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens (das erste Auto/Bier/Brot stiftet einen höheren subjektiven Nutzen als das zweite, dieses wiederum mehr als das dritte usw.) spürbar aus.
  • Was bei der Beschreibung dieses Effektes gerne überlesen wird, sind die ähnlichen Auswirkungen auf negative Ereignisse. Eine Trennung, ein Schicksalsschlag oder sogar ein Todesfall haben in der Regel nicht den von uns erwarteten einschneidenden Einfluss auf unser Leben. Schon nach etwas 3 Monaten haben die meisten das Schlimmste überwunden. Auch hier tritt ein Gewöhnungseffekt ein und unser emotionales Erleben geht auf das Ausgangsniveau zurück.

 

„Die Natur hat die Menschheit unter die Herrschaft zweier souveräner Gebieter – Leid und Freude – gestellt. Es ist an ihnen aufzuzeigen, was wir tun sollen, wie auch zu bestimmen, was wir tun werden. Sowohl der Maßstab für Richtig und Falsch als auch die Kette der Ursachen und Wirkungen sind an ihrem Thron festgemacht.“

Jeremy Bentham: in Höffe 1992, S. 55

Quellen:

  • Frederick, S., & Loewenstein, G. (1999). Hedonic adaptation. In D. Kahneman, E. Diener, & N. Schwartz (Eds.), Well-being: The foundations of hedonic psychology (pp. 302–329). New York: Russell Sage.
  • Kahneman, D. (2000). Experienced utility and objective happiness: A moment-based approach. In D. Kahneman & A. Tversky (Eds.), Choices, values, and frames (pp. 673–692). New York: Cambridge University Press.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.