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Denken

Verlustaversion

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Wenn wir einen Verlust erleiden, wiegt das für uns emotional etwa doppelt so schwer wie ein Gewinn der gleichen Größe.

Wir reagieren sensibler auf negative Dinge als auf positive; schlechtes Verhalten bleibt uns länger im Gedächtnis als gutes.

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„(= V.) [engl. loss aversion; lat. aversari sich abwenden] bez. das verstärkte Streben nach Verlustvermeidung relativ zum Gewinnstreben (Kahneman & Tversky 1984). Die V. resultiert daraus, dass Verluste subjektiv schwerer ins Gewicht fallen als Gewinne. Diese Wertasymmetrie bedeutet, dass der erwartete negative Nutzen (Kosten-Nutzen-Kalkulation) eines Verlustes intensiver erlebt wird als der erwartete positive Nutzen eines absolut gleich großen Gewinnes. Die Wertasymmetrie wird durch den kurvilinearen Verlauf der Wertefunktion der Prospect-Theorie abgebildet, der im Verlustbereich konvex und im Gewinnbereich konkav ist. Verluste und Gewinne werden in der Prospect-Theorie nicht als absolute Werte abgebildet, sondern als Veränderungen bezogen auf einen Referenzpunkt (Tversky & Kahneman 1992). Die V. beeinflusst das Risikoverhalten in Entscheidungssituationen und führt bei großen Gewinnen und kleinen Verlusten zu risikoaversem Verhalten. Bei kleinen Gewinnen und großen Verlusten resultiert hingegen risikofreudiges Verhalten. Besitzeffekt, Status-quo-Fehler und sunk-cost effect gelten als Manifestationen der V. auf Verhaltensebene.“

Quelle: Kirchler, E. & Stark, J. (2014). Verlustaversion. In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie (17. Aufl., S. 1755). Bern: Verlag Hans Huber.

Link: https://portal.hogrefe.com/dorsch/verlustaversion/

„Italiener, Franzosen und Österreicher – auf ihren Heimatstraßen geschröpft, brausen sie umsonst über unsere Autobahnen. Schluss damit, meint die CSU und hat CDU und SPD die Pkw-Maut in die Koalitionsverhandlungen diktiert. Künftig soll jeder, der auf deutschen Autobahnen fahren will, 100 Euro im Jahr bezahlen. Für deutsche Autofahrer soll es einen entsprechenden Nachlass bei der Kfz-Steuer geben. Aber weder die Kanzlerin noch die SPD sind von den Plänen begeistert. Und die meisten Autofahrer würden der Plus-minus-null-Rechnung der CSU wohl widersprechen.“

Aus: Bloß nichts verlieren! Warum uns Verluste stärker ärgern, als uns Gewinne freuen

„Stellt man Menschen vor die Wahl, gehen sie lieber auf Nummer sicher – es sei denn, sie treffen die Entscheidung stellvertretend für eine andere Person.

So lautet zumindest das Fazit einer neuen Studie des Assistenzprofessors Evan Polman von der Stern School of Business in New York. Er beschäftigt sich schon seit ein paar Jahren damit, wie sich ein Perspektivwechsel auf unsere Entscheidungen auswirkt.

In einer Untersuchung vor einigen Monaten fand Polman zum Beispiel heraus: Menschen bevorzugen mehr Auswahl, wenn sie ihre Entscheidung für jemand anderen treffen müssen – und weniger Auswahl, wenn sie für sich selbst entscheiden.“

Quelle: http://www.alltagsforschung.de/nichts-zu-verlieren-fremde-entscheidungen-weniger-verlustangst/

Literatur und interessante Links:

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